Coaching - Kommunikation - Beratung

Was versteht man unter einem Trauma?

Kurz und knapp: jedes Ereignis, das meine Grenzen - begleitet von Gefühlen wie Überwältigung, Ohnmacht, Hilflosigkeit - verletzt.


Traumatische Erlebnisse sind vielfältig:

  • Unfälle
  • Operationen
  • Verletzungen
  • schwere Krankheiten
  • Geburtstrauma
  • Verlust eines nahestehenden Menschen
  • Gewalterfahrungen
  • Mobbing
  • Kriegserlebnisse
  • Naturkatastrophen
  • Vernachlässigung
  • Missbrauch (körperlich, sexuell, seelisch)
  • Beobachten von diesen Beispielen



Symptome "können" sein:

Trauma hat immer etwas mit Verlust zu tun.


  • Unfähigkeit sich tief zu entspannen
  • Desorientierung (zeitlich und räumlich)
  • Ohnmachtsgefühl
  • Gefühl von Erstarrung und Lähmung
  • Dissoziation:
  • Flashbacks
  • Konzentrationsprobleme
  • Schlafstörungen
  • chronische Erschöpfung
  • Gefühl der "Unverbundenheit" mit sich selbst, mit anderen
  • Suchtverhalten (Arbeit, Alkohol, Essen)
  • starke bzw. vordergründige Gefühle wie Schuld, Angst, Wut, Trauer, Panik,
  • sozialer Rückzug bis hin zur Isolation
  • Schwierigkeiten eine Beziehung einzugehen und zu halten
  • Bindungsstörungen
  • Depressionen, burn-out
  • Migräne


Ob es zu einer Traumatisierung kommt, hängt stark von der Hilfe nach dem Erleben ab.

  • ob einem geglaubt wird
  • ob man geschützt wird
  • ob man verstanden wird
  • wie schnell Hilfe kommt
  • ob jemand da ist.

Ein stabiles soziales Umfeld erleichert die Traumaverarbeitung.


Was passiert im Körper bei einer Traumatisierung?

  • Stresshormone werden ausgeschüttet
  • Blutdruck und Puls sind erhöht
  • erhöhte Durchblutung der Muskeln
  • der Körper wird auf Kampf oder Flucht vorbereitet!
  • instinktives Handeln - das dem Lebenserhalt dient
  • Kampf
  • Flucht
  • Totstellen: dient dazu, weniger schmerzempfindlich zu sein. Bei chronischem Stress und/oder häufig wiederkehrenden traumatischen Erfahrunge führt es häufig zu Abspaltung und Dissoziation

Was passiert im Gehirn bei einer Traumatisierung?

  • bei chronischem traumatischen Stress sind die Stresshormone ständig erhöht
  • traumatische Erfahrungen werden als Bilder, körperliche Reaktionen und Gefühlszustände abgespeichert (nicht als zusammenhängende Ereignisse)
  • ungünstige Auswirkungen auf die Nervenzellen (im Hippocampus wird Gelerntes abgespeichert. Traumatisierte Kinder haben im Schnitt 8 IQ-Punkte weniger als andere Kinder)
  • abgespeicherte Gefühle können Jahre/Jahrzehnte nach der Traumatisierung durch Trigger aktiviert werden (Trigger = Bilder, Gerüche, Gefühle, Geräusche...)
  • Trigger führen dann zu Flashbacks (traumatisches Wiedererleben)

Traumazentrierte Fachberatung/Traumapädagogik - was kann ich für Sie tun?

Die Beratung erfolgt in 3 Phasen:

  • Stabilisierungsphase
  • Explorationsphase
  • Integrationsphase


In der Stabilisierungsphase stehen Sicherheit und Ressourcenaktivierung an erster Stelle. Mit Hilfe verschiedener Methoden und Imaginationstechniken erarbeiten wir u. a.:

  • einen Notfallplan
  • einen Erste-Hilfe-Koffer
  • Ressourcenbarometer
  • und ein sicherer Ort (imaginär) wird erschafft.

In der Explorationsphase wird wieder mit verschiedenen Methoden das traumatische Erlebnis angesehen (Bildschirmtechnik) und in der Integrationsphase wird das Erlebte in die Lebensgeschichte eingeordnet.

Trauma und Essstörungen

Essprobleme können in Zusammenhang mit traumatischen Erlebnissen/Erfahrungen stehen.

Beispiele:

  • Grenzverletzungen (seelische und körperliche)
  • Verluste (Tod eines Familienangehörigen, eines Haustieres, Trennung der Eltern)
  • Gefühle von Ohnmacht, Überforderung, Ausgeliefertsein, Hilflosigkeit

Essstörungen sind für viele Menschen der verzweifelte Versuch, eine traumatische Erfahrung, mit der sie alleingelassen wurden, zu bewältigen. Im Kampf mit dem Körper und gegen den Körper versuchen sie, die verletzenden Erlebnisse und die damit verbundenen Gefühle „loszuwerden”. Sie versuchen zu kontrollieren, was unkontrollierbar ist.

Die Essstörung gibt Sicherheit durch die Kontrolle des Körpers und des Essverhaltens. Das Unberechenbare (Trauma) wird berechenbar gemacht. Gefühle und eigene Bedürfnisse werden abgespalten.