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Binge Eating - Schlingen

Der aus dem Amerikanischen stammende Begriff "to binge" kann übersetzt werden mit "schlingen", "in sich hineinsaugen" oder "ein Fressgelage abhalten". Eine offizielle deutsche Übersetzung existiert derzeit noch nicht. Das wesentliche Kennzeichen der Binge-Eating-Störung ist das wiederholte Auftreten von Heißhungerattacken bzw. "Essanfällen" ohne regelmäßig angewandte Maßnahmen zur Gewichtsreduktion. Demzufolge leiden die Betroffenen häufig auch an Übergewicht (BMI = 25 - 30) oder Adipositas (BMI > 30), so dass nicht selten auch aus medizinischen Gründen eine Behandlung notwendig ist.

 

Kennzeichen/Symptomatik:

  • Kontrollverlust beim Essen (Heißhungeranfälle)
  • es fehlen Maßnahmen gegen eine Gewichtszunahme (Erbrechen, Abführmittel)
  • episodische Essanfälle treten mind. 2x/Woche über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten auf
  • Essen bis zu einem unangenehmen Völlegefühl

 

seelische Folgeschäden können sein:

  • Depressionen
  • erhöhter Leidensdruck
  • Ekel- und Schuldgefühle
  • Selbstvorwürfe und Abwertungen 
  • Angststörungen
  • Zwangsstörungen
  • Persönlichkeitsstörungen (Borderline)

 

körperliche Folgeschäden können sein:

  • Fettstoffwechselerkrankungen
  • Diabetes mellitus Typ II
  • Bluthochdruck
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Magen-Darm-Erkrankungen
  • Erkrankungen des Stütz- und Halteapparates

 

Verlauf und Prognose:

Die Therapie der Binge-Eating-Störung wird in zwei Stufen eingeteilt.  Der erste Teil der Behandlung fokussiert auf die Reduktion von Essattacken. Im Anschluss daran erfolgt Ausbau und Stabilisierung der erreichten Erfolge.


Ähnlich der Bulimie sind Essattacken Folge zweier Bedingungen: Wiederholtes gezügeltes Essverhalten sowie psychische Konflikte. Das Planen regelmäßiger Mahlzeiten sowie eine Nahrungsaufnahme, die sich am Hunger- und Sättigungsgefühl orientiert und nicht mehr mit psychischen Konflikten zusammenhängt, führen in der ersten Behandlungsphase zur Reduktion von Heisshungeranfällen.

 

Eine Gewichtsreduktion nach Normalisierung der Nahrungsaufnahme erfolgt automatisch.

 

Der zweite Behandlungsabschnitt zielt auf die Herstellung einer akzeptierenden Haltung zum eigenen Körper und beinhaltet darüber hinaus das intensive Bearbeiten psychischer Konflikte.

 

Weiterhin werden mit den Klienten Bewältigungsstrategien zum Umgang mit Risikosituationen erarbeitet.

Regelmäßige körperliche Aktivitäten (u. a. Walking, Gymnastik) unterstützen die Behandlung der Binge-Eating-Störung in allen Phasen.

 

Studien belegen, dass Klienten mit einer Binge-Eating-Störung besonders von einer gruppentherapeutischen Behandlung profitieren. Auch bei jüngeren Personen mit einer Binge-Eating-Störung ist es angezeigt, Familienmitglieder in den therapeutischen Prozess einzubeziehen.